Riesenstimmung in der Riesstraße

Die Badmintonwettbewerbe der Special Olympics wurden tatkräftig von der ESV Badmintonabteilung unterstützt

Vierzig Jahre nach den „großen“ Olympischen Spielen 1972 in München, kehrte der olympische Geist 2012 mit den Special Olympics Deutschland wieder in die Landeshauptstadt zurück. Special Olympics ist die weltweit größte Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung.

Vom 20. bis 25.05 starteten ungefähr 5000 Sportler in 26 Einzel- und Teamsportarten im und rund um das Olympiastadion München. Dass das Motto „Lasst mich gewinnen, doch wenn ich nicht gewinnen kann, so lasst mich mutig mein Bestes geben“ weit über das bekannte „Dabei sein ist alles“ hinaus geht, war beim Besuch der Sportstätten und im Gespräch mit den Teilnehmern sofort zu spüren. Die einzigartige Atmosphäre aus Fairness, Spaß und Respekt macht diese Spiele zu einer Ausnahme im jährlichen Sportkalender. Die Organisatoren legen Wert auf die Bezeichnung „Wettbewerbe“ statt „Wettkämpfe“, denn durch die Einteilung in individuelle Leistungsgruppen hat jede Athletin, jeder Athlet, die Chance, auf dem Siegerpodest zu stehen, unabhängig vom Grad der Behinderung.

Die Badmintonwettbewerbe vom 22. bis 24.05. in der Sporthalle an der Riessstraße wurden dabei mehr als tatkräftig von der Badminton Abteilung des ESV München unterstützt. Allen voran brachte der Jugendwart- und Trainer Nigel Devereux seine gesamte Erfahrung in der Durchführung von solchen Großereignissen mit ein. Daneben besetzten viele ESV Mitglieder über volle drei Tage den Verpflegungsstand für Sportler, Betreuer und Zuschauer, was tagsüber und an normalen Werktagen sicher keine Selbstverständlichkeit war. Dazu war der ESV Kuchenstand mit sozial verträglichen Preisen bei den Spielen eine Einmaligkeit, die es bei den anderen Sportarten nicht gab. Auch als Betreuer, Fotografen, am Verkaufs- und Besaitungsstand waren unsere Mitglieder begeistert im Einsatz, denn diese Wettbewerbe erzeugten einen solchen Sog der guten Laune, dass man gar nicht umhin kam, auf den Zug der Special Olympics aufzuspringen. Begonnen wurde jeder Tag mit einem gemeinsamen Tanz, der von Anfang an für grandiose Stimmung gesorgt hat, die sich nur noch bei der großen Siegerzeremonie steigern ließ: Unter Blitzlichtgewitter, Musikeinspielungen und Live Trommeln wurden ausgiebig alle Sieger und Platzierte von den Teilnehmern und Betreuern gefeiert. Dass dabei nur wenige Zuschauer den Weg in die Halle gefunden haben ist der einzige Wehrmutstropfen. Den Erfolg einer solchen Veranstaltung an nackten Zuschauerzahlen zu messen, wäre aber sicher falsch, denn jeder einzelne Besucher, der auch den Kontakt mit den Sportlern gesucht hat, wird sein Bild von „Behinderten“ überdenken und sich neue Gedanken über die aktive Teilnahme von Menschen mit geistiger Behinderung am gesellschaftlichen Leben machen.

Vorbildlich zu sehen war auf jeden Fall der gegenseitige Respekt der Sportler untereinander. Das Bild des Tages lieferten dabei zwei Teilnehmer im Herreneinzel, die sich nach einem umkämpften, tollen und knappen Spiel in die Arme gefallen sind und gemeinsam auf dem Feld verschnauft haben. Von dieser Größe kann sich so mancher „normale“ Amateursportler, der auf verbissenen Kampf und versteckte Fouls setzt, eine dicke Scheibe abschneiden.

 von Manuel Boecker