Badminton inklusive Inklusion

Das Schlagwort „Integration“ in Bezug auf Teilnahme von Minderheiten am gesellschaftlichen Leben, insbesondere von Behinderten, wurde in den letzten Jahren vom Begriff „Inklusion“ abgelöst. Meist steckt jedoch in der neuen Verpackung der alte Inhalt – und damit die bekannten Schwierigkeiten: Denn nicht die Behinderten müssen sich ändern, sondern die Strukturen müssen sich den individuellen Bedürfnissen anpassen.

Einen Schritt in diese Richtung wagt die Badminton-Abteilung des ESV in ihrer Hobbytrainingsgruppe am Mittwoch Abend in der Riesstraße: Badminton „inklusive“ Inklusion. Der neue Abteilungsleiter Nigel Devereux ist schon seit langem ehrenamtlich in der Organisation von „Special Olympics Bayern“ aktiv, der Sportorganisation für Menschen mit geistiger Behinderung. So stand auch die Badminton-Abteilung schon unterstützend bei der Ausrichtung von Turnieren zur Seite und half mit Fachkenntnissen und Material.

Seit dem letzten Jahr trainieren Jessica und Florian beim ESV und fühlen sich in der gemischten Trainingsgruppe von reinen Anfängern und ambitionierten Hobbyspielern gut aufgehoben. Mit Jessica hat der ESV nun sogar eine echte Goldmedaillengewinnerin der „Special Olympics“ in seinen Reihen, worauf die junge Frau besonders stolz ist. Ihre Faszination für Badminton bringt Jessica schnell auf den Punkt: „Beim Spielen vergesse ich alles um mich herum, ich bin einfach gut drauf. Und beim Training mit Nigel und York merke ich, wie anspruchsvoll und vielseitig Badminton ist.“

Florian kam über einen Umweg vom Tennis zum Badminton, ihm gefallen neben dem Training auch die Spiele mit immer wieder unterschiedlichen Leuten. Eine Erfahrung, die er sicher demnächst auch im Wettbewerb der Special Olympics machen kann: „Da ich erst seit kurzem Mitglied bei Special Olympics bin, habe ich aber noch an keinem Turnier teilgenommen.“ Interessierten Sportfans ist bei dieser Gelegenheit dringend empfohlen, sich einmal einen Turniertag bei den Special Olympics anzuschauen, denn die Atmosphäre, vor allem bei der Siegerehrung, wenn selbst vierte Plätze fair und lautstark bejubelt werden, ist einzigartig.

Dass die beiden neuen Spieler sich beim ESV wohl fühlen und so locker und selbstverständlich von der bestehenden Trainingsgruppe aufgenommen wurden, liegt natürlich auch an deren sympathischer und offener Art. Und frei nach dem Inklusions-Motto: „Mehr miteinander reden, statt übereinander reden“, wurden mögliche Bedenken im Verein, falls es sie denn gab, beiseite gewischt, indem man es einfach probiert,e anstatt lange zu diskutieren.

Denn für die Mutter von Florian ist die Welt der Inklusion noch lange keine heile: „Oft ist es für Menschen mit Behinderung ein steiniger Weg, und diese Steine aus dem Weg zu räumen ist nicht immer einfach. Menschen mit Behinderung wollen wie jeder andere Mensch auch Erfolg haben und Anerkennung bekommen. Das Badminton-Training ist für mich nicht nur Inklusion, hier wird jeder Mensch individuell gesehen.“

Vielleicht bleibt Inklusion in unserer leistungsfixierten Gesellschaft so schwierig, weil Inklusion, also übersetzt das „Einschließen“ statt des „Eingliederns“, wie bei der Integration, das absolute Leistungsprinzip in Frage stellt und menschliche Werte vor machtpolitische Interessen stellt. Es bleibt also eine Aufgabe für alle Mitglieder des ESV, nicht nur einzelne Trainer und Betreuer, die Bedingungen in Richtung Teilnahme aller Minderheiten zu verändern. Die Badminton-Abteilung ist diesen neuen Weg einen kleinen Schritt weit gegangen und zählt auch in Zukunft auf die Unterstützung ihrer Mitglieder.

Vereinsmeisterschaft im Einzel 2014: Im vierten Anlauf zum Titel

 

In Abwesenheit des Titelverteidigers starteten am Sonntag, den 06. Juli sechzehn Herren und drei Damen in die Einzel-Vereinsmeisterschaft 2014.

Glücklicherweise war die Wärme in der Halle erträglich, so dass jeder Spieler seine fünf Partien ohne Kreislaufprobleme bewältigen konnte. In Ermangelung an Anmeldungen blieb es bei den Damen leider bei einer Dreier-Konkurrenz, die am Ende souverän von Patricia Schütz gewonnen wurde. Auf die Plätze zwei und drei kamen hier Felicitas Rexhausen aus der Jugend und Janine Storms aus der 3.Mannschaft.

 

 

Bei den Herren lagen 16 Anmeldungen vor, so dass Turnierleiter Calvin Devereux einen geordneten Turnierplan mit Gruppen, End- und Platzierungsspielen aufstellen konnte. In der Gruppenphase blieben die Überraschungen aus, ins Halbfinale kämpften sich mit Oli Winter, Rouven Arnold, Thomas Käsmayr und Bernd Rädle die ersten Vier der Setzliste. Äußerst knapp endete das erste Halbfinale, Rouven Arnold schlug Thomas Käsmayr in drei Sätzen und zog bei seiner ersten ESV Meisterschaft gleich ins Finale ein. Hier wartete mit Oli Winter der dreimalige ESV- Vizemeister, der im Parallelspiel keine Probleme mit Bernd Rädle hatte. Das Finale begann einseitig, Oli ließ seinen Konkurrenten kaum ins Spiel kommen und holte sich den ersten Satz mit nur neun Gegenpunkten. Doch wer nun einen weiteren blitschnellen Durchmarsch erwartet hatte, sah sich getäuscht: Rouven drehte im zweiten Durchgang ordentlich auf, spielte angriffsbetonter und rettete sich mit einem hauchdünnen 26:24 Satzsieg in den dritten Satz. Hier blieb es spannend, doch am Ende siegte die größere Kondition und Routine von Oli Winter, der sich nach drei vergangenen Finalniederlagen nun endlich den Titel sichern konnte.

Auch alle weiteren Platzierungen wurden ausgespielt, der Doppelspezialist Christian Eberl bewies sein Können auch im Einzel und wurde vor Daniel Schütz Fünfter. Manuel Boecker als 7. und Patrick Biechl als 8. komplettierten die obere Ergebnishälfte.

 

 

Hier alle Ergebnisse im Überblick:

Damen: Vereinsmeisterschaft 2014
1.Patricia Schütz
2.Felicitas Rexhausen
3.Janine Storms

Herren: Vereinsmeisterschaft 2014
1.Oliver Winter
2.Rouven Arnold
3.Bernd Rädle
4.Thomas Käsmayr
5.Christian Eberl
6.Daniel Schütz
7.Manuel Boecker
8.Patrick Biechl
9.Sebastian Alt
10.Georg Köhler
11.Christian Peters
12.Stanko Ropic
13.Eric Boenisch
14.Thomas Heuken
15.Steffen Augstein
16. Achim Hauff

Sommerfest zum 90-jährigen Vereinsjubiläum

Liebe Federballer,
in diesem Jahr feiern wir unser Sommerfest unser besonderen Bedingungen: Der ESV wird 90 Jahre alt!

Zur Unterstützung suchen wir noch dringend Helfer, die das Schnuppertraining betreuen, an der Olympiade teilnehmen (s. Poster) und abends beim Festakt an einem Flashmob mitwirken. Bei Interesse meldet Euch bitte bei Katha!

Hier findet Ihr den Flyer mit zusätzlichen Informationen.