Glückliches Finale dahoam

Ein Relegationsspiel bietet Spannung pur, denn nur eine einzige Partie entscheidet über den gesamten Saisonverlauf. Die Dritte des ESV hat diese Aufgabe souverän gelöst und das Ticket für die Bezirksliga gelöst.

Über zwei Monate nach Ablauf der regulären Saison und einem 2. Platz in der Bezirksklasse A bekam die 3. Mannschaft nun eine unverhoffte Chance, doch noch direkt in die Bezirksliga zurückzukehren, denn wegen einer Umstrukturierung der Ligen wurde ein Platz in der nächsthöheren Liga frei, der zwischen den Zweitplatzierten von zwei Staffeln ausgespielt werden sollte. So musste Mannschaftsführerin Petra Rehner überraschend eine schlagkräftige Truppe zusammen stellen, was wegen vieler Verletzter und weiter oben festgespielter Stammspieler gar nicht so leicht zu stemmen war. Mit dem Gegner vom OSC München einigte man sich auf den ESV als Gastgeber, eine gute Entscheidung, denn etwa 20 Fans des ESV beklatschten frenetisch jeden Punkt der eigenen Leute und heizten die warme Halle im Juni nochmal ein paar Grad mehr auf.

Das Spiel startete spannend mit den Herrendoppeln: Während das 1.Herrendoppel souverän an den ESV ging, flatterten Sebastian Alt und Christian Jobst ein wenig die Nerven und das 2.Doppel ging verloren. Mit dem 1:1 im Rücken gingen dann die Damen ins Rennen, schnell war klar, das hier nichts anbrennen würde und die Führung wechselte zurück zum ESV. Es folgte das Topspiel des Tages, im 1.Einzel fightete Rouven Arnold lange gegen seinen jungen Gegner und behielt am Ende genauso wie Christian Jobst im dritten Einzel in zwei Sätzen die Oberhand. Und schon nach etwas über einer Stunde Spielzeit holte Sebastian Alt den spielentscheidenden fünften Punkt zum verdienten Sieg. Die verbleibenden Spiele hatten nun plötzlich nur noch Freundschaftsspiel-Charakter, so dass Petra Rehner und Manuel Boecker locker im Mixed gewannen und Janine Storms mit ihrem Sieg im Einzel den Schlusspunkt unter ein fast perfektes Spiel setzte. Tosender Applaus der Fans für ein 7:1, das der Badmintonabteilung nun unverhofft doch noch einen Meistertitel eingebracht hat.

Es bleibt alles beim Alten

Seit Ende März ist die Saison 2014/15 Vergangenheit für die Badmintonspieler des ESV. Im Rückblick bleibt es eine Spielzeit ohne große Höhepunkte, glücklicherweise aber auch ohne Tiefschläge.

In gleich drei Ligen stellt der ESV den Vizemeister: Diese Leistung schafften die 1., 3. und 6. Mannschaft, am knappsten schrammte dabei die 3. Mannschaft am möglichen Titel vorbei. Einen Aufstieg wollte das Schicksal dem ESV in dieser Saison nicht bescheren, das fehlende Quentchen Glück landete aber bei den Spielern der 2.Mannschaft, die am allerletzten Spieltag einen knappen Sieg einfahren konnten und mit einem Punkt Vorsprung den rettenden 7. Platz von neun Mannschaften erreichten und damit auch in der nächsten in der Bezirksoberliga antreten dürfen.

Wie in den vergangenen Jahren galt auch in dieser Saison die Devise „Aufstieg“ für die 1. Mannschaft. Mit der Verstärkung durch den Spielertrainer Ma Loong standen alle Vorzeichen günstig, der Malaye legte auch gleich eine unerreichte Siegesserie von 16:0 Spielen im Einzel und Doppel hin. Seine Mannschaftskollegen konnten die hohe Schlagzahl leider nicht immer mitgehen, schon in der Hinrunde musste man eine empfindliche Niederlage gegen den späteren Meister Lohhof hinnehmen. Trotzdem ist der Saisonabschluss mit 25:7 Punkten äußerst erfreulich, vor allem die Siege der 1. Mannschaft gegen die Abstiegskandidaten aus Geretsried und Neubiberg leisteten der zweiten Mannschaft wichtige Schützenhilfe.

Die 2. Mannschaft rettete sich in einem Herzschlagfinale auf den 7.Platz, am Ende reichten magere 11 Pluspunkte für den Verbleib in der Liga, sodass der ESV auch im nächsten Jahr zwei BOL-Mannschaften stellt.

Nach dem letztjährigen Abstieg wollte die 3. Mannschaft in ähnlicher Besetzung gleich den Wiederaufstieg in die Bezirksliga schaffen. Nach der Hinrunde sah es auch ganz danach aus, der stärkste Konkurrent aus Lohhof wurde knapp mit 5:3 bezwungen. Im Rückspiel drehten die Unterschleißheimer aber den Spieß um, der ESV verlor die hochklassige Partie mit 2:6 und verbleibt in der Bezirksklasse A.

Ebenfalls in der Bezirksklasse A, jedoch in einer anderen Staffel, belegte die 4. Mannschaft genau wie die 5. Mannschaft eine Klasse darunter einen hervorragenden 3. Platz. Das gute Gesamtergebnis aller ESV-Mannschaften komplettiert die neugegründete 6. Mannschaft, die in der Bezirksklasse B gleich Vizemeister wurde. Ab sofort beginnen die Planungen für die Saison 2015/16, in der die 1.Mannschaft mal wieder die Mauern der Bayernliga erstürmen will…

Badminton inklusive Inklusion

Das Schlagwort „Integration“ in Bezug auf Teilnahme von Minderheiten am gesellschaftlichen Leben, insbesondere von Behinderten, wurde in den letzten Jahren vom Begriff „Inklusion“ abgelöst. Meist steckt jedoch in der neuen Verpackung der alte Inhalt – und damit die bekannten Schwierigkeiten: Denn nicht die Behinderten müssen sich ändern, sondern die Strukturen müssen sich den individuellen Bedürfnissen anpassen.

Einen Schritt in diese Richtung wagt die Badminton-Abteilung des ESV in ihrer Hobbytrainingsgruppe am Mittwoch Abend in der Riesstraße: Badminton „inklusive“ Inklusion. Der neue Abteilungsleiter Nigel Devereux ist schon seit langem ehrenamtlich in der Organisation von „Special Olympics Bayern“ aktiv, der Sportorganisation für Menschen mit geistiger Behinderung. So stand auch die Badminton-Abteilung schon unterstützend bei der Ausrichtung von Turnieren zur Seite und half mit Fachkenntnissen und Material.

Seit dem letzten Jahr trainieren Jessica und Florian beim ESV und fühlen sich in der gemischten Trainingsgruppe von reinen Anfängern und ambitionierten Hobbyspielern gut aufgehoben. Mit Jessica hat der ESV nun sogar eine echte Goldmedaillengewinnerin der „Special Olympics“ in seinen Reihen, worauf die junge Frau besonders stolz ist. Ihre Faszination für Badminton bringt Jessica schnell auf den Punkt: „Beim Spielen vergesse ich alles um mich herum, ich bin einfach gut drauf. Und beim Training mit Nigel und York merke ich, wie anspruchsvoll und vielseitig Badminton ist.“

Florian kam über einen Umweg vom Tennis zum Badminton, ihm gefallen neben dem Training auch die Spiele mit immer wieder unterschiedlichen Leuten. Eine Erfahrung, die er sicher demnächst auch im Wettbewerb der Special Olympics machen kann: „Da ich erst seit kurzem Mitglied bei Special Olympics bin, habe ich aber noch an keinem Turnier teilgenommen.“ Interessierten Sportfans ist bei dieser Gelegenheit dringend empfohlen, sich einmal einen Turniertag bei den Special Olympics anzuschauen, denn die Atmosphäre, vor allem bei der Siegerehrung, wenn selbst vierte Plätze fair und lautstark bejubelt werden, ist einzigartig.

Dass die beiden neuen Spieler sich beim ESV wohl fühlen und so locker und selbstverständlich von der bestehenden Trainingsgruppe aufgenommen wurden, liegt natürlich auch an deren sympathischer und offener Art. Und frei nach dem Inklusions-Motto: „Mehr miteinander reden, statt übereinander reden“, wurden mögliche Bedenken im Verein, falls es sie denn gab, beiseite gewischt, indem man es einfach probiert,e anstatt lange zu diskutieren.

Denn für die Mutter von Florian ist die Welt der Inklusion noch lange keine heile: „Oft ist es für Menschen mit Behinderung ein steiniger Weg, und diese Steine aus dem Weg zu räumen ist nicht immer einfach. Menschen mit Behinderung wollen wie jeder andere Mensch auch Erfolg haben und Anerkennung bekommen. Das Badminton-Training ist für mich nicht nur Inklusion, hier wird jeder Mensch individuell gesehen.“

Vielleicht bleibt Inklusion in unserer leistungsfixierten Gesellschaft so schwierig, weil Inklusion, also übersetzt das „Einschließen“ statt des „Eingliederns“, wie bei der Integration, das absolute Leistungsprinzip in Frage stellt und menschliche Werte vor machtpolitische Interessen stellt. Es bleibt also eine Aufgabe für alle Mitglieder des ESV, nicht nur einzelne Trainer und Betreuer, die Bedingungen in Richtung Teilnahme aller Minderheiten zu verändern. Die Badminton-Abteilung ist diesen neuen Weg einen kleinen Schritt weit gegangen und zählt auch in Zukunft auf die Unterstützung ihrer Mitglieder.

Auftakt zur Rückrunde: Der ESV greift wieder an!

Auf geht´s, Federballer! Die Winterpause ist vorbei, am Sonntag, 25.01. beginnt für die Badmintonspieler des ESV die Rückrunde der Saison 2014/15. Mit den Resultaten der Hinrunde konnte der neue Abteilungsleiter Nigel Devereux schon zufrieden sein, keine Mannschaft liegt auf einem Abstiegsplatz, eine sogar auf einem direkten Aufstiegsplatz, doch zur Rückrunde ist mit einem Quentchen Glück sogar noch mehr möglich…

Auf jeden Fall setzt die Badminton-Abteilung die bewährte Zusammenarbeit mit einem malayischen Spielertrainer fort, in der nächsten Halbsaison wird Lee Chee Chong den gesamten Verein als Trainer und speziell die 1.Mannschaft als Spieler verstärken. In der Hinrunde integrierte sich der der sympathische Ma Jun Long problemlos in das Vereinsleben und setzte mit einer 16:0 Siegesserie in der Bezirksoberliga neue Maßstäbe, ganz zwei Sätze musste der Malaye abgeben. Die 1. Mannschaft hat in der Rückrunde die undankbare Aufgabe, perfekt spielen zu müssen und gleichzeitig auf einen Patzer des Tabellenersten aus Lohhof zu hoffen, da ansonsten der Aufstieg in die Bayernliga nicht zu schaffen sein wird. Man wird sehen, was passiert…

In der gleichen Liga kämpft die 2. Mannschaft um den Erhalt des momentanen Mittelfeldplatzes, hier braucht man aber noch viele Punkte, um das Abstiegsgespenst endgültig zu vertreiben. Die 3. Mannschaft liegt voll im Soll, sieben Siege in sieben Spielen, die Liga musste wegen des Rückzugs eines Teams aus Murnau auf acht Mannschaften verkleinert werden. Das wichtigste Spiel der Saison wird sicher das „Finale“ gegen den SV Lohhof 3, wofür wir jetzt schon mal die Daumen drücken.

Die 4. Mannschaft startet ebenfalls in der Bezirksklasse A und liegt dort auf einem entspannten Mittelfeldplatz mit Luft nach oben. Erstmals hat der ESV in dieser Saison sechs Mannschaften gemeldet, die 5. und die 6.Mannschaft treten in der untersten Spielklasse an und schlagen sich beide beachtlich. Mit der Neugründung können nun noch mehr aktive Leistungsspieler am Spielbetrieb teilnehmen und im Wettkampf ihr Können beweisen. Wir wünschen alle Spielern eine erfolgreiche und verletzungsfreie Rückrunde!